Der SV Atlas ist der einzige Delmenhorster Verein im überregionalen Fußball: Seit der Saison 2026/27 spielt die erste Herrenmannschaft wieder in der Regionalliga Nord, der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Gespielt wird im Städtischen Stadion an der Düsternortstraße. Der Verein trägt den Namen eines Baumaschinenherstellers, hat eine Insolvenz hinter sich und war 1981 schon einmal so weit, dass Lothar Matthäus auf dem Platz stand.
Auf einen Blick
Liga 2026/27: Regionalliga Nord (4. Liga)
Spielstätte: Städtisches Stadion, Düsternortstraße 55, 27755 Delmenhorst
Gegründet: 13. Juli 1973, neu gegründet am 4. April 2012
Vereinsfarben: Blau-Gelb
Das Stadion an der Düsternortstraße
Die Anlage ist älter als der Verein: Gebaut wurde sie 1930 und 1931, im Zweiten Weltkrieg beschädigt und 1951 wiederhergestellt. Die Haupttribüne kam erst im Sommer 1976 dazu, 1986 und 1987 folgte eine größere Sanierung, bei der die Aschenbahn einer Kunststoffbahn wich.
Nominell fasst das Stadion 12.000 Menschen, freigegeben ist es nach Vereinsangaben derzeit für 6.000 Zuschauer. Die Haupttribüne bietet rund 900 überdachte Sitzplätze - der Rest sind Stehplätze ohne Dach. Gespielt wird auf Naturrasen, um den die Leichtathletikbahn aus der Zeit als Mehrzweckanlage läuft. Gegenüber der Haupttribüne steht ein Backsteingebäude mit Kabinen und Sprecherkabine.
Anfahrt: Drei Buslinien des Delbus halten in der Nähe - die 201, 202 und 203. Wer mit dem Auto oder Rad kommt, findet Stellplätze an der Düsternortstraße und am Hasporter Damm. Details stehen auf der Stadionseite des Vereins, die Linienübersicht unter Buslinien in Delmenhorst.
1981: Viertelfinale im DFB-Pokal
Der größte Moment der Vereinsgeschichte liegt vier Jahrzehnte zurück. 1981 erreichte die erste Mannschaft das Viertelfinale des DFB-Pokals - nach Siegen über Rot-Weiß Oberhausen und Kickers Offenbach. Erst Borussia Mönchengladbach war Endstation. Nach dem Spiel zollten nach Vereinsangaben Trainer Jupp Heynckes und seine Spieler, darunter Lothar Matthäus, den Delmenhorstern Respekt.
Es war die stärkste Phase des Klubs: Von 1976 bis 1983 spielte Atlas in der Oberliga Nord, Mitte der neunziger Jahre noch einmal drei Jahre in der Regionalliga, die damals die dritte Liga war.
Von der Fusion über die Insolvenz zum Neuanfang
Entstanden ist der SV Atlas am 13. Juli 1973 aus der Fusion dreier Vereine: FC Roland, VSK Bungerhof und SSV Delmenhorst. Rund 200 Mitglieder waren es zu Beginn, Hauptsponsor wurde die Atlas Weyhausen GmbH - daher der Name.
Nach dem Rückzug des Sponsors ging es ab 1997 durch die Ligen abwärts. Im Oktober 1999 wurde der Verein in den Delmenhorster SC umgewandelt, 2002 folgte die Insolvenz. Erst nach der Gründung von Eintracht Delmenhorst wurde der Name wiederbelebt: Am 4. April 2012 entstand der heutige SV Atlas Delmenhorst.
Der Weg zurück verlief in Etappen. Von 2020 bis 2023 spielte die erste Mannschaft in der Regionalliga Nord, stieg dann ab - und kehrte 2026 als Meister der Oberliga Niedersachsen zurück. Die ausführliche Chronik steht in der Vereinshistorie.
Jugend und Mitmachen
Der Verein führt eigene Jugendmannschaften von der U6 bis zur U15. Darüber übernimmt der gemeinsame Jugendförderverein mehrerer Delmenhorster Klubs: Der JFV Delmenhorst bündelt den Leistungsfußball der Altersklassen U13 bis U19 - der SV Atlas ist einer seiner Trägervereine.
Karten für Heimspiele gibt es über den Ticketshop auf der Vereinsseite. Wer die Anreise plant, findet die Wege unter Radfahren in Delmenhorst und Buslinien; einen Überblick über alle Klubs der Stadt gibt Fußball in Delmenhorst.