Die SPD bleibt stärkste Kraft im Rat der Stadt Delmenhorst, aber nur noch um 420 Stimmen: 23,84 Prozent gegen 23,38 Prozent für die AfD, die ihren Anteil gegenüber 2021 fast verdreifacht hat. Die CDU verliert sieben Punkte und landet mit 21,25 Prozent auf Platz drei. Bei der Direktwahl kam Oberbürgermeisterin Petra Gerlach auf 44,62 Prozent und muss am 27. September in die Stichwahl gegen Alexander Mittag von der SPD, der 30,06 Prozent erreichte. Die Wahlbeteiligung stieg auf 53,6 Prozent; 2021 waren es 47,2.
Stichwahl am Sonntag, 27. September 2026
8 bis 18 Uhr - Entscheidung über das Oberbürgermeisteramt zwischen Petra Gerlach (CDU, unterstützt von Grünen und FDP) und Alexander Mittag (SPD). Es gewinnt, wer mehr Stimmen bekommt; eine Mindestbeteiligung gibt es nicht.
Das Ratsergebnis vom 13. September ist von der Stichwahl nicht betroffen. Es gilt als vorläufig, bis der Wahlausschuss das amtliche Endergebnis feststellt.
Fragen zur Wahl beantwortet der Fachdienst Bürgerservice, Frau Meyer: (04221) 99-1511
Rat der Stadt: Stimmen, Anteile und Sitze
59.427 Delmenhorsterinnen und Delmenhorster waren wahlberechtigt, 31.865 gaben ihre Stimme ab, 8.901 davon per Wahlschein, also überwiegend per Briefwahl. Weil jede Person drei Stimmen hatte, wurden 90.253 gültige Stimmen gezählt. Alle 67 Wahlbezirke sind ausgezählt.
| Partei / Liste | Stimmen | Anteil | 2021 | Sitze | Sitze 2021 |
|---|---|---|---|---|---|
| SPD | 21.520 | 23,84 % | 29,0 % | 11 | 13 |
| AfD | 21.100 | 23,38 % | 8,3 % | 10 | 4 |
| CDU | 19.175 | 21,25 % | 28,4 % | 9 | 12 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 7.598 | 8,42 % | 10,4 % | 4 | 5 |
| Die Linke | 7.082 | 7,85 % | 3,8 % | 4 | 2 |
| FDP | 6.686 | 7,41 % | 10,6 % | 3 | 5 |
| Delmenhorster Liste | 2.961 | 3,28 % | 3,4 % | 1 | 1 |
| BSW | 2.403 | 2,66 % | - | 1 | - |
| Die PARTEI | 1.174 | 1,30 % | 3,0 % | 1 | 1 |
| Freie Wähler | 217 | 0,24 % | - | 0 | - |
| Dieter Markowiak (Einzelwahlvorschlag) | 264 | 0,29 % | - | 0 | - |
| Lothar Mandalka (Einzelwahlvorschlag) | 73 | 0,08 % | - | 0 | - |
Der Rat hat 44 gewählte Mitglieder; die Oberbürgermeisterin oder der Oberbürgermeister kommt als 45. Mitglied hinzu. „-" bedeutet: 2021 nicht angetreten oder nicht gesondert ausgewiesen. In der amtlichen Ergebnispräsentation ist vermerkt, dass für die endgültige Sitzvergabe noch ein Losentscheid aussteht.
Die Verschiebungen im Einzelnen:
- AfD: von 6.747 auf 21.100 Stimmen, ein Plus von 15,1 Prozentpunkten und sechs Sitzen. 2021 war sie mit vier Mitgliedern eingezogen, die Fraktion schrumpfte in der Wahlperiode auf zwei. Die eigene Erwartung lag laut Weser-Kurier bei 15 bis 20 Prozent.
- CDU: mit minus 7,0 Punkten der größte Verlust aller Parteien, drei Sitze weniger.
- SPD: minus 5,2 Punkte und zwei Sitze, bleibt aber knapp vorn.
- Die Linke: mehr als verdoppelt, von 3,8 auf 7,85 Prozent, jetzt gleichauf mit den Grünen bei vier Sitzen.
- FDP und Grüne: beide verlieren, die FDP fällt von fünf auf drei Sitze, die Grünen von fünf auf vier.
- BSW: erstmals angetreten und mit 2,66 Prozent direkt mit einem Sitz im Rat. Eine Sperrklausel gibt es bei niedersächsischen Kommunalwahlen nicht.
SPD, CDU und Grüne haben eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Rechnerisch reichen SPD und CDU zusammen mit 20 Sitzen nicht für eine Mehrheit im 44-köpfigen Rat; mit den Grünen wären es 24. Die amtlichen Zahlen stehen bei der Stadt Delmenhorst zur Kommunalwahl, die Detailergebnisse bis auf Wahlbezirksebene in der Ergebnispräsentation zur Stadtratswahl.
Die vier Wahlbereiche: wo die AfD vorn lag
Das Stadtgebiet war in vier Wahlbereiche geteilt, in denen jeweils eigene Kandidatenlisten antraten. Die Reihenfolge der drei großen Parteien ist nicht überall dieselbe: Im Wahlbereich 4 lag die AfD vor der SPD, im Wahlbereich 2 trennten beide nur 27 Stimmen.
| Wahlbereich | Beteiligung | SPD | AfD | CDU | Grüne | Linke | FDP |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wahlbereich 1 | 51,5 % | 23,2 % | 21,4 % | 20,2 % | 9,3 % | 8,7 % | 9,3 % |
| Wahlbereich 2 | 53,2 % | 24,7 % | 24,6 % | 21,5 % | 8,1 % | 7,4 % | 6,4 % |
| Wahlbereich 3 | 54,9 % | 23,8 % | 23,0 % | 21,2 % | 9,0 % | 8,2 % | 6,5 % |
| Wahlbereich 4 | 54,9 % | 23,6 % | 24,5 % | 22,0 % | 7,2 % | 7,0 % | 7,8 % |
Der Wahlbereich 1 fällt doppelt aus dem Rahmen: die niedrigste Beteiligung und zugleich das beste Ergebnis für Grüne, FDP und Linke. Welche Straßen zu welchem Wahlbereich gehören, steht im Straßenverzeichnis der Stadt Delmenhorst.
Partei- oder Personenstimme: wie die Stimmen verteilt wurden
Niedersachsen hat das Dreistimmenwahlrecht. Wer ein Listenkreuz setzte, gab alle drei Stimmen der Partei in der aufgestellten Reihenfolge. Wer kumulierte oder panaschierte, verteilte sie auf einzelne Personen, auch über Listen hinweg. Wie stark die Wählerschaft davon Gebrauch machte, unterscheidet sich deutlich:
- AfD: 15.443 Stimmen für die Liste, 5.657 für einzelne Personen. Fast drei Viertel der AfD-Stimmen waren Listenkreuze.
- FDP: umgekehrt. 4.244 Personenstimmen standen 2.442 Listenstimmen gegenüber; fast zwei Drittel gingen an einzelne Kandidatinnen und Kandidaten.
- SPD und CDU: dazwischen. Die SPD kam auf 13.239 Listen- und 8.281 Personenstimmen, die CDU auf 11.966 und 7.209.
Die meisten Personenstimmen im gesamten Stadtgebiet:
| Kandidat / Kandidatin | Liste | Personenstimmen |
|---|---|---|
| Alexander Mittag | SPD | 2.112 |
| Dr. Lars Konukiewitz | SPD | 930 |
| Sascha Alexis Wohnig | AfD | 810 |
| Andrea Lotsios | SPD | 771 |
| Murat Kalmis | FDP | 769 |
| Thomas Weber | AfD | 702 |
| Eyup Ertuğrul | FDP | 678 |
| Dr. Michael Adam | CDU | 590 |
| Matthias Jürgensen | AfD | 575 |
| Niklas Heinken | CDU | 551 |
Alexander Mittag, zugleich OB-Kandidat der SPD, holte mehr als doppelt so viele Personenstimmen wie jeder andere Bewerber. Wer tatsächlich in den Rat einzieht, ergibt sich aus den Personenstimmen innerhalb der jeweiligen Liste und des jeweiligen Wahlbereichs; die gewählten Mitglieder stellt der Wahlausschuss fest.
Oberbürgermeisterwahl: das Ergebnis und die Stichwahl
Vier Bewerbungen standen auf dem Stimmzettel; die AfD hatte keine eigene Kandidatur aufgestellt. Für einen Sieg im ersten Wahlgang wäre mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen nötig gewesen.
| Kandidat / Kandidatin | Vorgeschlagen von | Stimmen | Anteil |
|---|---|---|---|
| Petra Gerlach | CDU (unterstützt von Grünen und FDP) | 13.406 | 44,62 % |
| Alexander Mittag | SPD | 9.031 | 30,06 % |
| Joschka Kuty | Delmenhorster Liste | 4.036 | 13,43 % |
| Manuel Paschke | Die Linke | 3.570 | 11,88 % |
31.780 Personen stimmten ab, das entspricht einer Beteiligung von 53,5 Prozent (2021: 46,9 Prozent). 1.737 Stimmen waren ungültig, 5,5 Prozent und damit deutlich mehr als bei der Ratswahl mit 2,5 Prozent ungültigen Stimmzetteln.
Für Petra Gerlach ist es die zweite Stichwahl: 2021 hatte sie im ersten Wahlgang fast exakt denselben Anteil erreicht, 44,6 Prozent bei damals elf Bewerbungen, und die Stichwahl gegen Funda Gür (SPD) anschließend mit 68,5 zu 31,5 Prozent gewonnen. Alexander Mittag startet mit 30 Prozent aus einer stärkeren Position als Gür, die 2021 mit 20,6 Prozent in die Stichwahl gegangen war. Wer die Stichwahl gewinnt, ist am 1. November 2026 für acht Jahre im Amt - die Amtszeit wurde vom Landtag von fünf auf acht Jahre verlängert. Das Ergebnis im Detail steht bei der Stadt Delmenhorst zur Oberbürgermeisterwahl.
Ortsrat Hasbergen
In der Ortschaft Hasbergen wurde zusätzlich der 13-köpfige Ortsrat gewählt. Von 1.830 Wahlberechtigten gingen 1.300 zur Wahl, eine Beteiligung von 71,0 Prozent (2021: 63,1 Prozent) und damit weit über dem städtischen Schnitt.
| Partei / Liste | Stimmen | Anteil | 2021 | Sitze |
|---|---|---|---|---|
| CDU | 1.452 | 40,15 % | 37,2 % | 5 |
| SPD | 959 | 26,52 % | 30,7 % | 3 |
| Freie Wähler | 416 | 11,50 % | 15,3 % | 2 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 324 | 8,96 % | 8,8 % | 1 |
| Die Linke | 255 | 7,05 % | - | 1 |
| FDP | 210 | 5,81 % | 4,2 % | 1 |
Die AfD trat in Hasbergen nicht an. Die meisten Personenstimmen holten Sven Strömert (CDU, 215), Hajo Frommberger (Freie Wähler, 193) und Ida Schwarz (CDU, 168). Die Details stehen in der Ergebnispräsentation zur Ortsratswahl.
Was gewählt wurde und wie lange es gilt
- Rat der Stadt Delmenhorst: 44 Ratsmitglieder für fünf Jahre. Die neue Wahlperiode beginnt am 1. November 2026 und läuft bis Oktober 2031.
- Ortsrat Hasbergen: 13 Mitglieder, ebenfalls für fünf Jahre.
- Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister: Direktwahl für acht Jahre, entschieden in der Stichwahl am 27. September.
Delmenhorst ist eine kreisfreie Stadt - einen Kreistag gibt es hier nicht, anders als im Umland. Wie Rat und Verwaltung zusammenspielen, steht unter Rathaus und Verwaltung.
Wer bei der Stichwahl wählen darf
Für die Stichwahl gelten dieselben Regeln wie am 13. September. Wahlberechtigt ist, wer
- am Wahltag mindestens 16 Jahre alt ist,
- die deutsche oder eine Staatsangehörigkeit eines EU-Landes besitzt,
- seit mindestens drei Monaten in Delmenhorst wohnt und
- im Wählerverzeichnis eingetragen ist.
Neu zugezogen? Was sonst noch beim Ummelden zu erledigen ist, steht im Ratgeber Neu in Delmenhorst; zuständig ist der Bürgerservice.
Briefwahl für die Stichwahl
Drei Wege führen zu den Briefwahlunterlagen:
- schriftlich mit dem Formular auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung,
- online über das Antragsformular der Stadt,
- persönlich beim Fachdienst Bürgerservice - dort können Sie die Stimme auch gleich vor Ort abgeben.
Telefonisch geht es nicht. Wer die Unterlagen für jemand anderen abholt, braucht eine schriftliche Vollmacht. Wer wegen einer körperlichen Beeinträchtigung nicht selbst ankreuzen kann, darf sich von einer Hilfsperson unterstützen lassen. Ob ein Briefwahlantrag aus dem ersten Wahlgang auch für die Stichwahl gilt, klärt der Fachdienst Bürgerservice unter (04221) 99-1511. Details stehen auf der Briefwahl-Seite der Stadt.
Wahllokal finden
Das zuständige Wahllokal steht auf der Wahlbenachrichtigung. Wer sie verlegt hat, kommt über das alphabetische Straßenverzeichnis der Stadt weiter: Dort ist jeder Straße ihr Wahlbezirk zugeordnet, dazu gibt es Listen der Wahllokale nach Bezirksnummer und Karten der Wahlbereiche und Wahlbezirke. Alle Unterlagen stehen auf der Wahlen-Übersicht der Stadt Delmenhorst.
Eine Übersicht der Stadtteile gibt die Seite Stadtteile von Delmenhorst.